Science Game – Game-based Learning

Eine Gratwanderung zwischen den Welten

Spielebasiertes Lernen ermöglicht handlungs- und problemorientiertes Lernen. Dabei eröffnet das Spiel einen Raum zum Ausprobieren: Im Spiel können Handlungsweisen erprobt werden, auf die es direktes Feedback gibt, ohne dass dadurch über die eigene Identität oder Haltung Aussagen getroffen werden. Der Spaß am Spiel steigert zudem die Motivation am Lernen.

Was bedeutet es, ein Spiel aus der Wissenschaft heraus zu entwickeln? Bei einem Spiel, das auf Spezialwissen basiert und dieses allgemein zugänglich machen möchte, ist eine Übersetzungsleistung notwendig. Eine Übersetzung von Fachbegriffen und theoretischen Konzepten. Damit verbunden ist eine Gratwanderung zwischen den Welten, denn es handelt sich immer um Kompromisse. Ein Beispiel: Unsere Spielerfahrungen haben uns gezeigt, dass die in der queeren Community bevorzugten Begriffe inter* bzw. inter oder auch intersexuell sowie trans* bzw. trans im Spiel zu Verwirrungen führten. Vielen Spieler*innen war nicht klar, ob es sich um eine sexuelle Orientierung oder – wie bei beiden der Fall – das Geschlecht handelt. So haben wir uns für die (teils auch umstrittenen) Begriffe intergeschlechtlich und transgender entschieden. Denn es ist uns wichtig, dass der Unterschied zwischen Geschlecht und sexueller Orientierung klar wird.

Im Hintergrundwissen hingegen verweisen wir auf die Diskussionen und holen dadurch ein differenzierteres Fachwissen in das Spiel hinein. Das Spiel Identitätenlotto greift Themen der queeren und feministischen Bewegungen, der Queer und Gender Studies sowie der feministischen Wissenschaft auf. Verbunden wird das mit dem Konzept der Intersektionalität, d.h. der Verschränkung von verschiedenen diskriminierenden Kategorisierungen. In der Grundversion des Spiels geschieht dieses durch Verschränkung von Geschlecht mit sexuelle Orientierung und ethnischer bzw. national-kultureller Herkunft. Damit berührt ILo zusätzlich Fragen des postkolonialen Feminismus und der Migrations- und Rassismusforschung.

jw

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